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7.3.2.6 Kennzahlensysteme

Begriff

Unter Kennzahlensystemen wird die Kombination von Kennzahlen, die in einer sinnvollen Beziehung zueinander stehen, sich in ihren Elementen gegenseitig ergänzen und im Aufbau miteinander verbunden sind, verstanden. (Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.23)

Übersicht

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(www.verwaltungsakademie.ktn.gv.at/akl/kvak.nsf/0/

21b6d7b92ccf4ea541256b20003dab9e/ $FILE/Modul-D.pdf, Abfrage vom 08.03.2004)

Arten

„Kennzahlensysteme sind hierarchisch aufgebaut und werden durch zwei Erscheinungsformen charakterisiert“ (Jung, H.: Controlling, München 2003, S.161):

Rechensysteme: „Kennzahlen sind mathematisch miteinander ver­knüpft“ (Vgl. Jung H.: Controlling, München 2003, S.161). Aufteilung einer Spitzenkennzahl in weitere Kennzahlen „durch Zerlegung, Substitution oder Erweiterung“ (o.V.: Kennzahlensysteme, in Gabler-Wirtschaftsinfor­matik-Lexikon, hrsg. von Stickel, E., Groffmann, H.-D. und Rau, K.-H., Wiesbaden 1997, S.365-366).
Ordnungssysteme: Beziehungen der Kennzahlen sind sachlogischer Na­tur. Mehrere gleichwertige Kennzahlen werden nebeneinander be­trachtet, diesen werden logisch verknüpfte Unterkennzahlen zugeordnet. Es gibt keine mathematische Beziehung zwischen den einzelnen Kenn­zahlen.

 

Beide Systeme haben Vor- und Nachteile, welche die später angeführten Kennzahlensysteme durch ihre jeweilige Struktur versuchen auszuglei­chen.

Aufgaben

Kennzahlensysteme haben als Controlling-Instrument beim Unternehmen die Aufgabe, „die Planung, Steuerung und Kontrolle eines Unternehmens als Ganzes sowie seiner einzelnen Teilbereiche und deren Funktionen zu betrachten.“ (Hartmann, N.: URL:http://www.legamedia.net/ lx/result/match/2277696665863d5bcea4c5d55/index.php, Stand 8.3.2004)

 

  1. Für das einzelne Unternehmen haben Kennzahlensysteme die Funk­tion, Entscheidungsträger mit hinreichender Aktualität und Präzision durch Verdichtung von Informationen, sie mit diesen zu versorgen.
  2. In der Regel wird von einem quantifizierbaren Oberziel ausgehend die entsprechenden Unterziele für den jeweiligen Entscheidungsträger im Un­ternehmen abgeleitet.
  3. Es ist möglich bei mehreren zu berücksichtigenden Zielen Kennzahlen- systeme aufzustellen, allerdings macht dies mehrere getrennte Zielhierar­chien, mit den unterschiedlichen Oberzielen erforderlich, wobei es hierbei zu Konflikten kommen kann.
  4. Zusätzlich zur Zielabbildung haben Kennzahlensysteme auch eine Er­klä­rungsfunktion, das heißt sie sollen die wesentlichen Zusammenhänge im Unternehmen verdeutlichen.

(Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.24)

Grenzen

Der Einsatz von Kennzahlensystemen zeigt auch Grenzen auf:

 

Beschränkung nur auf messbare Größen, folgendermaßen Vernachlässigung nicht messbarer Sachverhalte (Vgl. Jung, H.: Controlling, München 2003, S. 161)
Informationsgehalt einzelner Kennzahlen zu gering (nur im Vergleich mit­einander sinnvoll)
Ursache–Wirkungsbeziehungen können häufig nicht umfassend abgebil­det werden
Gefahr der einseitigen und nicht vollständig ausgerichteten Unterneh­mensführung durch alleinige Bezugnahme auf Sachverhalte, die durch das Kennzahlensystem dargestellt werden (Vgl. Piontek, J.: Controlling, Mün­chen 1996, S. 353)
Zielpluralismus von Unternehmen kann oft durch eine einzige Spitzen­kenn­zahl nicht dargestellt werden (Vgl. Staehle, W.: Kennzahlen und Kennzahlen-systeme als Mittel der Organisation und Führung von Unter­nehmen, überarbeitete Auflage, Wiesbaden 1973, S. 228)

HartmannN, 24.02.2005, Seite 1758
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