Informationen zur Betriebswirtschaftslehre!

7.3.2.6.3 RL-Kennzahlensystem

Hintergrund

Im Jahre 1977 entwickelten die Herren Reichmann und Lachnit aufgrund der vorhergehenden Kritikpunkte der anderen Systeme, insbesondere der unzureichenden Berücksichtigung des Zielpluralismus bei Unternehmen, das Rentabilitäts-Liquiditäts-Kennzahlensystem. (Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberichten, 6. Auflage, Mün­chen 2001, S.32 f)

Allgemeiner Teil: Rentabilitätsteil

+ öffnen

(Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementbe­richten, 6. Auflage, München 2001, S. 104)

Aufbau

Das RL – Kennzahlensystem ist als reines Ordnungssystem konzipiert. Es besteht im Gegensatz zu den anderen beiden Kennzahlensystemen aus relativ wenig Kennzahlen. Dies wird dadurch ermöglicht, „dass mit Hilfe der Systemtheorie die wesentlichen entscheidungsrelevanten Kenn­größen (...) herausgestellt werden.“ (Reichmann, T.: Controlling mit Kenn­zahlen und Managementberichten, 6. Auflage, München 2001, S.33)

 

Als zentrale Kenngrößen werden Erfolg und Liquidität an die Spitze gestellt, wobei auf eine mathematische Verknüpfung der Unterkennzahlen weitge­hend verzichtet wird.

Das Kennzahlensystem wird in zwei Teile auf ge­spalten, einen allgemeinen Teil (vgl. Abb. 4 und 5) und einen Sonderteil mit unternehmens-spezifischen Kennzahlen.

 

Der allgemeine Teil „(..)enthält die gesamtunternehmensbezogenen Kennzahlen zu Erfolg und Liquidität als Rentabilitäts- und Liquiditätsteil des Systems.“ (Lachnit, L.: Das RL-Kennzahlensystem als Basis control­linggestützter Managementkonzepte, in: Zukunftsfähiges Controlling, he­rausgegeben von Lachnit, L./Lange, C./ Pallok, M., München 1998, S. 24)

 

Der Rentabilitätsteil stellt als Spitzenkennzahl das „Ordentliche Ergeb­nis“ dar, weitere Kennzahlen sind z.B. Eigenkapital-, Umsatzrentabilität und der ROI.
Die Spitzenkennzahl des Liquiditätsteil sind die „Liquiden Mittel“, diesen sind als Unterkennzahlen insbesondere der „Cash Flow“ und das „Working Capital“ untergestellt.

 

Beim Sonderteil wird ebenfalls nach Rentabilitäts- und Liquiditätsteil auf­gespaltet. Hier werden unternehmensspezifische Kennzahlen berücksich­tigt, wie z.B. Deckungsbeiträge und fixe Kosten. (Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberich­ten, 6. Auflage, München 2001, S.33 ff. ,Vgl. Jung, H.: Controlling, Mün­chen 2003, S.166, Vgl. Piontek, J.: Controlling, München 1996, S. 358)

Allgemeiner Teil: Liquiditätsteil

+ öffnen

(Vgl. Reichmann, T.: Controlling mit Kennzahlen und Managementberich­ten, 6. Auflage, München 2001, S. 104)

Aufgabe

Das RL-Kennzahlensystem ist überwiegend als Planungs- und Kon­trollinstrument gedacht. Für die Unternehmen bedeutet dies, dass die Konzeption als Führungsinstrument, der Steuerung interner Aufgaben der Unternehmensleitung dient.

 

Der allgemeine Teil dient der laufenden Kontrolle, Steuerung und Pla­nung durch vorwiegend deren Spitzenkennzahlen.
Der Sonderteil gibt Auskunft über die wesentlichen Einflussgrößen auf die Rentabilität und Liquidität.

Vorteile

wenig Kennzahlen
einfache Handhabung 
Flexibilität durch Sonderteil, hilfreich bei Lösungen durch unternehmensbezo­genen Problemen

Nachteile

fehlende mathematische Verknüpfung (Veränderung einer Kennzahl lässt keine Auswirkung auf andere Kennzahl erkennen)
angestrebter Zielpluralismus nur auf ökonomische Ziele begrenzt (z.B. Mit­arbeiterzufriedenheit spielt keine Rolle)

HartmannN, 24.02.2005, Seite 1762
Copyright © 2003-2018. Alle Rechte vorbehalten.

Wir verwenden Cookies, um Inhalte und Anzeigen zu personalisieren, Funktionen für soziale Medien anbieten zu können und die Zugriffe auf unsere Website zu analysieren. Außerdem geben wir Informationen zu Ihrer Nutzung unserer Website an unsere Partner für soziale Medien, Werbung und Analysen weiter. Details ansehen

Buchempfehlung

+ öffnen

Anzeigen