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15.2.5.6.2 Durchführung einer Prozessanalyse

Um Prozesse zu strukturieren muss zuerst eine eingehende Analyse der Tätigkeiten (Arbeitsabläufe und -inhalte) in der untersuchten Kostenstelle vorgenommen werden. Die Analyse kann nach folgenden Methoden durchgeführt werden:

Sekundäranalysen: Auswertung vorhandener Unterlagen wie z.B. Arbeitsplatz- und Stellenbeschreibungen, Ablaufdiagramme, Organigramme, Arbeitsfußdarstellungen
Primäranalysen: Frage- und Erhebungsbögen, Interviews mit Mitarbeitern und Führungskräften
Normatives Vorgehen: Planung idealer Arbeitsabläufe und –inhalte ohne Rücksicht auf bestehende Tätigkeitsstrukturen (Zero-Base-Ansatz)

(Vgl. Mayer, E., Liessmann, K., Mertens, H. W.: Kostenrechnung, Stuttgart 1997, S. 267)

 

Das Ergebnis der Tätigkeitsanalyse ist eine Liste von Teilprozessen, aus der hervorgeht:

welche einzelnen Teilprozesse von einer Kostenstelle erbracht werden
welcher Anteil der Kostenstellenressourcen auf den jeweiligen Teilprozess entfällt und
wie sich demnach die Gesamtkosten der Kostenstelle auf die einzelnen Teilprozesse verteilen.

(Vgl. Controllerverein eV: Prozesskostenrechnung, URL: www.controllerverein.de/veroeff/states/prozesskostenrechnung.pdf, Stand: April 2001, Druckdatum: 25.02.04)

 

Durch die Analyse der Teilprozesse besteht zudem die Möglichkeit die Kostenverursacher durch organisatorische Maßnahmen positiv zu beeinflussen. Durch entsprechende Schulungen kann beispielsweise die Anzahl der Beratungsaufträge des Benutzer-Service-Zentrums reduziert werden.

(Vgl. Jäger-Gay, H.: Innovative Führungsinstrumente für die Informationsverarbeitung (IV), in: Zeitschrift Controlling Heft 10/2000, S. 493)

 

Durch die kostenstellenübergreifende Zusammenfassung von mehreren Teilprozessen entstehen sog. Hauptprozesse, die die Grundlage der prozessorientierten Kalkulation darstellen.

(Vgl. Coenenberg, A., Kostenrechnung und Kostenanalyse, Stuttgart 2003, S. 213)

 

Ein Beispiel für die Zusammenfassung von Teilprozessen zum Hauptprozess veranschaulicht die folgende Abbildung:


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(Vgl. Coenenberg, A., Kostenrechnung und Kostenanalyse, Stuttgart 2003, S. 214)

Teilprozesse werden mittels Tätigkeits- und Hauptwörtern beschrieben, wie beispielsweise ,,Material einkaufen". Sie werden den Kostenstellen eindeutig zugeordnet. Als nächstes wird nun anhand des Zeitbedarfs ermittelt, um welche Art von Tätigkeiten es sich handelt. Dabei wird nach folgenden Kriterien unterschieden:

 

kostenintensive Teilprozesse

cost drivers

mengenvariable also lmi Teilprozesse

mengenfixe, d.h. lmn Teilprozesse

(Vgl. Jung, H.: Controlling, München 2003, S. 98)

MayerD, 25.02.2005, Seite 1894
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