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19.3.1.3.3 Strategisches Controlling

1. Filialcontrolling

Das Filialcontrolling sichert die ständige Koordination zwischen Zentrale und Filiale. Die Prozesse innerhalb einer Filiale werden dabei überwacht und unterstützt. Die Prozesskostenrechnung ermöglicht den Handlungskostenblock zu zerlegen und auf einzelne Filialen und deren Abteilungen zu verteilen.

Zu den weiteren Aufgaben des Filialcontrollings zählt die Steigerung des Umsatzes in den Filialen. Lange Zeit wurde dies durch die Vergrößerung der Verkaufsfläche oder durch gezieltes Flächenmanagement erreicht. Mittlerweile steht aber die Analyse von Kundendaten als Instrumentarium im Vordergrund.

(Vgl. Krey, A. (Hrsg.): Handelscontrolling, Hamburg 2000, S. 35 ff.)

2. Standortcontrolling

Bei der Standortwahl, welche eine der ersten Aufgaben des Standortcontrollings ist, muss zuerst nach Typ des neuen Standorts unterschieden werden.

Zentrale (rechts- und steuerpolitische Aspekte)
Logistikzentrum (Verkehrskriterien)
Verkaufsfiliale (Orientierung an kundenbezogenen Maßstäben)

Zu den weiteren Aufgaben zählen Strategieentwicklung und Standortoptimierung.

Anhand des Scoringmodells kann z.B. eine Entscheidung für die Standortwahl getroffen werden. Die Standortkriterien können gewichtet und anschließend für jeden Standort einzeln bewertet werden.

Beispiel Scoringmodell

Standort SO1 hat eine gute Verkehrsanbindung und kann somit schnell an Verkaufsfilialen liefern. Die Lohnkosten sind hoch, dafür ist aber das Personal hoch qualifiziert.

Standort SO2 liegt im Hinterland und hat nur eine Zufahrtsmöglichkeit und keine direkte Anbindung an eine Autobahn. Das Personal hat eine durchschnittliche Qualifizierung. Die Lebenshaltungskosten sind gering.

3. Sortimentscontrolling

Entscheidung über Neuaufnahme von Artikeln bzw. Elimination
Sortimentanpassung anhand der Informationen aus der Auswertung der Scannerdaten. Somit werden Kundentrends schnell erkannt und berücksichtigt.
Unterstützung bei Entscheidungen über Preisanpassungen.

(Vgl. Krey, A. (Hrsg.): Handelscontrolling, Hamburg 2000, S. 37 f.)

4. Informationscontrolling

Die zentrale Aufgabe besteht in der Gewährleistung eines perfekten Datenaustausches innerhalb des Handelsunternehmens und in der Optimierung der Warenströme nach Zeit, Wert, Menge und Qualität. Dies stellt einen zunehmend wichtiger werdenden Punkt dar, da das Warenwirtschaftssystem immer mehr relevante Informationen bereitstellen kann.

5. Kundencontrolling / Marktorientierte Positionierung

Um auf Kundenwünsche eingehen zu können, müssen diese zuerst ermittelt werden. Das Kundencontrolling soll Instrumente bereitstellen und auch über deren Einsatz bestimmen. Die ermittelten Informationen werden an die Unternehmensführung weitergeleitet, welche dann entsprechende operative Maßnahmen einleitet. Das Internet ermöglicht neue Chancen für ein effektives Kundencontrolling.

Für eine marktorientierte Positionierung spielen folgende Aspekte eine entscheidende Rolle:

Image
Bekanntheitsgrad
Servicegrad
empfundenes Preis-Leistungsverhältnis

6. Betriebsformen- / Betriebsgrößencontrolling

Die Betriebsform legt eine grundsätzliche strategische Ausrichtung fest. Dies ist sowohl vom Kunden als auch von anderen Marktteilnehmern erkennbar und spielt deshalb eine äußerst wichtige Rolle.

Die optimale Betriebsgröße kann durch verschiedene Kriterien beurteilt werden. Hierbei können Größen wie z.B. Umsatz, Beschäftigtenzahl, Verkaufsfläche aller Filialen oder Bilanzsumme behilflich sein.

Dennoch ist eine genaue Aussage über die optimale Betriebsgröße nur schwer möglich.

7. Prozesscontrolling

Das Prozesscontrolling überwacht bereichsübergreifend alle ablaufenden Prozesse und versucht diese zu analysieren. Es hat zur Aufgabe nicht wertschöpfende Prozesse zu erkennen und zu eliminieren.

LewinskyM, 23.02.2005, Seite 2204
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