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7.4.4.6.2.1.1 Traditionelle Sichtweise der Qualitätskosten

Nach traditioneller Sichtweise kann man die Qualitätskosten in drei Gruppen unterteilen: Fehlerverhütungskosten, Prüfkosten und Fehlerkosten.

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(Vgl. Horváth, P.: Qualitätscontrolling, Stuttgart, 1990, S. 122 ff.

Vgl. Ossadnik, W.: Controlling, 2. Auflage, München, 1998, S.99)

Fehlerverhütungskosten

Kosten, die bei Maßnahmen zur Vermeidung von Fehlern entstehen. Hauptsächlich Personalkosten in Form von Gehältern. (Vgl. Horváth, P u. Urban, G.: Qualitätscontrolling, Stuttgart, 1990, S. 122)

Beispiel: externe Schulungen, Qualitätsbeauftragter

Prüfkosten

Kosten, die durch Prüfung von eingekauften oder selbst produzierten Erzeugnissen anfallen. Prüfung anhand der festgelegten Qualitätsanforderungen. (Vgl. Horváth, P u. Urban, G.: Qualitätscontrolling, Stuttgart, 1990, S. 123 f.)

Beispiel: Endkontrolle Motoren: Vermessung der Gehäuse auf die Einhaltung von Toleranzen, z. B. Durchmesser von Bohrungen

Fehlerkosten

Kosten, die entstehen, wenn die Erzeugnisse nicht mit den vom Kunden geforderten Qualitätsanforderungen übereinstimmen (Fehlerbeseitigung). (Vgl. Horváth, P u. Urban, G. Qualitätscontrolling, Stuttgart, 1990, S. 124 f.) Beispiel: Beim Gießen von Motorblöcken entstandene Lunker (Luftein­schlüsse) an der Dichtfläche werden in der Nacharbeit ausgebessert.

Fehlerfolgekosten

Kosten, die durch Fehlerwirkungen entstehen.

Beispiel: Verursachen eines Unfalls wegen einer defekten Bremsanlage. Die Reparaturkosten für die Bremsanlage entsprechen Fehlerkosten, die durch den Unfall entstandenen Kosten den Fehlerfolgekosten.

(Vgl. Horváth, P u. Urban, G. Qualitätscontrolling, Stuttgart, 1990, S. 124 f.)

Grundsatz der Fehlerverhütungskosten

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Erklärung

Im Gesamtkostenblock der Qualitätskosten wirken die Fehlerverhütungs­kosten als Steuerungsgröße. So bewirkt eine Zunahme der Verhütungs­kosten eine Abnahme der Prüf- und Fehlerkosten und/oder eine Qualitätssteigerung. (Vgl. Horváth, P u. Urban, G.: Qualitätscontrolling, Stuttgart 1990, S. 122)

Zehnerregel der Fehlerkosten

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Zusammenhang zwischen Phasen der Fehlerverursachung und den Fehlerkosten

 

(Vgl. Pfeifer, T.: Qualitätsmanagement, 2. Aufl., 1996, S. 11)

Erläuterung

Fehlerverhütungskosten bzw. –behebungskosten steigen von Phase zu Phase um den Faktor 10. In der Endprüfung oder beim Kunden sind die Kosten 1000 mal höher, als wenn der Fehler schon in der Entwicklung aufgefallen wäre.

 

Fazit: Je früher die Fehlererkennung und –vermeidung, desto günstiger.

(Vgl. Krems, B., URL: www.olev.de/0/10er-regl.htm, Stand 27.03.2004, Druckdatum 05.04.2004)

BrunnerJ, 25.02.2005, Seite 2499
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